Dortmund überrascht. Dich.
Banner

Lärmaktionsplanung

Web Content Viewer

Actions

Lärmminderungsmaßnahmen

Es gibt verschiedene Maßnahmen zur Lärmminderung. Sie sind abhängig von der Lärmquelle und der jeweiligen Situation vor Ort. Daher lassen sich keine Pauschallösungen zur grundsätzlichen Lärmminderung benennen.

Lärmminderungsmaßnahmen sollten möglichst direkt an der Lärmquellen ansetzten, so dass sich der Schall erst gar nicht ausbreiten kann. Maßnahmen zur Vermeidung oder Verminderung des Schalls am Entstehungsort (Emissionsort) werden als „aktiver“ Schallschutz bezeichnet. 

Maßnahmen zur Lärmminderung am Wirkungsort (Immissionsort) bezeichnet man hingegen als passiven Schallschutz.
Quellenunabhängige Lärmminderungsmaßnahmen 
Schallschutzwände und -wälle (aktiver Schallschutz)
Die Wirksamkeit einer Schallschutzwand oder eines Walls ist abhängig von 
•    der Höhe der Wand, bezogen auf den zu schützenden Bereich, 
•    der Länge der Wand, bezogen auf den zu schützenden Bereich, 
•    dem Abstand zwischen Lärmquelle und Wand und dem dahinter liegenden zu schützenden Bereich sowie 
•    dem Höhenverhältnis zwischen Lärmquelle und Empfänger

Der Bau einer Schallschutzwand ist ein massiver Eingriff in das Orts- bzw. Landschaftsbild. Zwischen Eingriff und Wirkung muss daher immer die Verhältnismäßigkeit gewahrt bleiben. Durch den Bau einer Schallschutzwand sollte eine Reduktion von mindestens 5 bis 8 dB(A) erreicht werden. 

Schallschutzfenster (passiver Schutz)
Sind die Möglichkeiten des aktiven Schallschutzes (Maßnahmen an der Quelle oder am Übertragungsweg) ausgeschöpft oder nicht umsetzbar, kommt eine Erhöhung der Schalldämmung am Immissionsort in Betracht. Der Einbau von Schallschutzfenstern und schallgedämmten Lüftern, die ein Öffnen des Fensters nicht erforderlich machen, sind die wichtigsten Elemente des passiven Schallschutzes. Die Höhe des zurückgehaltenen Schalls (das Schalldämmmaß) wird durch elastische Dichtungen, einer Mehrfachverglasung oder einer Gasfüllung erzielt. Die Fenster werden anhand ihres Schalldämmmaßes (der Höhe des zurückgehaltenen Schalls) in unterschiedliche Schutzklassen eingestuft:
•    Schutzklasse 1-3 (Einfachfenster)     Schalldämmmaß 25-40 dB(A) 
•    Schutzklasse 3-5 (Verbundfenster)     Schalldämmmaß 35-50 dB(A) 
•    Schutzklasse 5-6 (Kastenfenster)     Schalldämmmaß 45-60 dB(A)
Grundsätzlich ist der aktive Schallschutz immer dem passiven Schallschutz vorzuziehen.

Straßenverkehrslärm 
Reduktion der Reifen-Fahrbahn-Geräusche
•    Einsatz von lärmarmenm Asphalt, Lärmreduzierung bis - 5 dB(A). 
•    Sanierung schadhafter Fahrbahnbeläge, Lärmreduzierung bis - 2 dB(A). 
•    Einsatz lärmarmer Reifen, Lärmreduzierung bis - 3 dB(A).

Das Roll- oder Reifen-Fahrbahn-Geräusch ist bei einem Pkw ab einer Geschwindigkeit von etwa 40 km/h (Lkw = 60 km/h) die dominierende Lärmquelle. Erst ab einer Geschwindigkeit von > 100 km/h wird das Rollgeräusch vom Luftströmungsgeräusch überlagert. Der Einsatz lärmoptimierten Asphalts ist im innerstädtischen Bereich ein wichtiges Instrument der Lärmreduzierung. Hieraus ist aber auch ersichtlich, dass insbesondere im Geschwindigkeitsbereich < 40 km/h, in dem das Motoren-/Antriebsgeräusch dominiert, der Einsatz von lärmoptimiertem Asphalt nicht die gewünschte Lärmreduzierung erzielen kann.

Durch die Wahl eines leiseren Reifens können Sie sich bereits aktiv an der Lärmminderung beteiligen. Die einschlägigen Automobilzeitschriften und Automobilclubs beachten mittlerweile bei ihren Tests auch die entstehenden Abrollgeräusche. Vergleichbare Modelle müssen im Übrigen nicht teurer sein. Hierbei zählt weniger der einzelne Reifen sondern das Zeichen, dass Sie hierdurch setzen. Die Nachfrage regelt am Ende das Angebot.
•    Geschwindigkeitsreduktion
•    Tempo 30 statt Tempo 50 auf Asphalt, Lärmreduzierung bis - 3 dB(A) 
•    Tempo 30 statt Tempo 50 auf Pflaster, Lärmreduzierung bis - 5 dB(A)
Auf den Dortmunder Nebenstraßen gilt bereits nahezu flächendeckend Tempo 30. Eine Ausweitung auf das Hauptstraßennetz ist aus verschiedenen Gründen problematisch, jedoch wird für ausgewählte Hauptstraßen die Einführung einer nächtlichen Tempo-30-Regelung geprüft.
•    Reduzierung des motorisierten Individualverkehrs und Förderung des ÖPNV
Hierbei handelt es sich um Maßnahmen, die der Stärkung des Umweltverbundes dienen. Der Umweltverbund ist ein Sammelbegriff für „umweltverträgliche“ Verkehrsmittel. 
Durch den Ausbau und die Verbesserung des Radwegenetzes, den Bau von Fahrradabstellanlagen an Haltestellen der DSW21/der Deutschen Bahn (Bike&Ride) oder durch ein attraktives Bikesharing-Angebot („MetropolRad Ruhr“) wurden Anreize geschaffen, die den Umstieg auf „umweltverträgliche“ Verkehrsmittel ermöglichen. 

Übrigens, das Fahrrad ist im Stadtverkehr bis 5 km das schnellste Verkehrsmittel.

Der wichtigste Bestandteil des Umweltverbundes ist der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV). Er verursacht, bezogen auf die Fahrgastzahlen (Personenkilometer), erheblich weniger Lärm und Abgasemissionen als ein vergleichbarer PKW-Verkehr. Darüber hinaus entlastet er die Städte vom Parkraumdruck und gewährleistet eine auto-unabhängige Mobilität für alle Bevölkerungsgruppen.
•    Verkehrsoptimierung 
Eine Verstetigung des Verkehrsflusses durch eine gezielte Ampelsteuerung („Grüne Welle“) führt bei 30 km/h zu einer Lärmreduzierung von bis zu - 4 dB(A) und zu einer Reduzierung der besonders störenden Pegelspitzen. Eine weitere Möglichkeit der Verkehrsverstetigung bietet der Bau von Kreisverkehren als Alternative zu Ampelkreuzungen. Der Nachteil liegt jedoch im höheren Platzbedarf. Dies bedeutet, dass sich Kreisverkehre im innerstädtischen Bereich nicht immer umsetzen lassen. 
•    Verkehrsverlagerung
Die lokale Lärmreduktion ist abhängig vom Verkehrsaufkommen. Eine Verkehrsverlagerung lässt sich durch die Schaffung von Ausweichrouten oder durch Fahrverbote erzielen. 

Das Ziel von LKW-Fahrverboten ist es, den Durchgangsverkehr/Schwerverkehr aus sensiblen Bereichen herauszuhalten. Das Potenzial wird deutlich, wenn man bedenkt, dass ein LKW so laut ist wie etwa 23 PKW. 

Eine Halbierung des Straßenverkehrs durch eine geschickte Verlagerung auf unsensiblere Strecken führt zu einer Lärmreduzierung von -3 dB(A). Die oft geforderte Halbierung des Lärms (-10 dB(A)) wäre durch diese Maßnahme allerdings nur zu erzielen, wenn der Verkehr um 90 % reduziert werden würde. 
•    Straßen- und Parkraumgestaltung (Veränderung der Verkehrsachsen)
Durch die Markierung von Fahrradschutzstreifen wird beispielsweise der Abstand zwischen Lärmquelle und den Anwohnern vergrößert. Zusätzlich reduziert sich der Lärm durch eine niedrigere und gleichmäßigere Geschwindigkeit, die sich aus dem geringeren Straßenquerschnitt ergibt. Hier ist eine Lärmreduzierung bis - 2 dB(A) möglich. Weitere Möglichkeiten bieten sich in der Gestaltung und Schaffung von Parkraum, was einerseits zu einer Reduzierung des Straßenquerschnitts mit dem oben genannten Effekten führt und andererseits durch den neu geschaffenen Parkraum den Parkplatz-Suchverkehr reduziert.

Schienenverkehrslärm 
Ähnlich wie im Straßenverkehr, wo das Reifen-Fahrbahn-Geräusch eine wesentliche Geräuschquelle darstellt, ist im Schienenverkehr das Rad-Schienen-Geräusch eine dominante Geräuschquelle. Der Lärm wird durch Unebenheiten am Rad oder der Schiene hervorgerufen. Darüber hinaus entstehen Geräusche beim Bremsen (Bremsquietschen), in Kurven (Kurvenquietschen) oder durch den Aufbau der Wagons (Güterzüge) und durch die technischen Aggregate, wie Klimaanlagen (ICE).

Derzeit laufen verschiedene Forschungsprojekte, die insbesondere den durch den Güterverkehr hervorgerufenen Lärm reduzieren sollen. Die Projekte beziehen sich sowohl auf den Radsatz, die Radsatzaufhängung, als auch auf die Schienenlagerung. Zusätzlich zur leiseren Verbundstoffbremssohle (Flüsterbremse) soll hierdurch eine Reduktion um 5 dB(A) erreicht werden.

Durch den Ersatz der Graugussklötze bei klotzgebremsten Fahrzeugen (vorwiegend Güterwagen) durch Bremsklotzsohlen aus Verbundstoff wird das Aufrauen der Radfahrflächen vermindert und die damit verbundenen Geräuschemissionen um bis zu 10 dB(A) reduziert.
Eine weitere Maßnahme ist das „Besonders überwachte Gleis“ (BüG). Es dient dazu, die Schallemission des Schienenverkehrs schon an der Quelle seines Entstehens zu mindern. Das Rollgeräusch eines Eisenbahnfahrzeugs wird erheblich von der Beschaffenheit der etwa 20 mm breiten Fahrfläche auf der Schiene bestimmt. Je geringer die Rauheit der Oberfläche, desto geringer die Schallemission, wenn sie von einem Zug befahren wird. Um die Schallemissionen zu verringern, werden Gleisabschnitte in einem besonderen Verfahren geschliffen und regelmäßig auf ihre akustische Qualität hin überprüft. Die Überprüfung wird mit einem eigens dafür entwickelten Schallmesswagen halbjährlich durchgeführt. Bei negativer Abweichung wird das Gleis nachgeschliffen. Dass ein Gleisabschnitt im Raum Dortmund als BüG ausgewiesen wurde, ist dem Umweltamt der Stadt Dortmund allerdings nicht bekannt.

Die Lärmminderung durch den Bau von Schallschutzwänden lässt sich durch die Trassenführung in erster Linie an Schienenwegen des Bundes realisieren. Bei innerstädtischen Schienenwegen fehlt hierzu häufig der Platz.

Der kommunale Einfluss auf den Schienenverkehr der Deutschen Bahn AG (Schienenwege des Bundes) ist gering. Im Wesentlichen werden Lärmminderungsmaßnahmen durch Förderprogramme des Bundes forciert.

Im Folgenden werden Lärmminderungsmaßnahmen genannt, die sich auch auf den kommunalen Schienenverkehr beziehen.

Schienenschleifen
Durch das akustisch optimierte Schleifen der Schienen lässt sich bei Zügen mit glatten Rädern eine Minderung von - 3 dB(A) und mehr erreichen. Die Deutsche Bahn setzt das akustisch optimierte Schienenschleifen in Form des „Besonders überwachten Gleises“ ein (siehe oben). Durch Messfahrten wird der Zustand der Gleise überwacht.

Geschwindigkeitsreduktion
Durch eine niedrigere Geschwindigkeit lässt sich insbesondere in Gleisbögen eine deutlich Reduktion der Lärmemissionen erzielen. Eine grundsätzliche Reduktion der Geschwindigkeit stünde jedoch im Widerspruch zur Förderung und Attraktivitätssteigerung des ÖPNV und somit zu einer Reduktion des Straßenverkehrslärms.

Schienenschmiereinrichtungen
Durch das Schmieren des Schienenkopfes wird insbesondere das Rad-Schienen-Geräusch in Gleisbögen reduziert. Diese Maßnahme lässt sich jedoch nur dort realisieren, wo sich der Verkehrsraum (Schiene/Straßenverkehr) nicht überschneidet.

Rasengleis
Bei einem Rasengleis wird der „Gleiskörper“, genauer gesagt der Bereich zwischen und seitlich der Schiene, begrünt. Durch die Begrünung wird unter anderem die Schallausbreitung durch die absorbierende Wirkung des Bodens reduziert. Die erzielbare Lärmminderung ist abhängig von der Ausgangssituation und liegt bei der Begrünung eines Schotterbettes bei - 2 dB(A). Neben der Tatsache, dass eine separate Gleistrasse vorhanden sein muss, lässt sich diese Maßnahme nur bedingt einsetzen, da sich hierdurch hohe Instandhaltungskosten ergeben. Des Weiteren müssen mögliche Leitungen oder Steuerungseinheiten im Gleisbett zugänglich sein und sind gegen eine Beschädigung zu schützen. 
Einsatz lärmarmer Weichen
Der Einbau von entsprechenden Weichen reduziert die Geräuschimpulse beim Überfahren.
Industrie und Gewerbelärm 
Dem Industrie- und Gewerbelärm werden durch nationale Regelungen, insbesondere durch die „TA-Lärm“, Grenzen gesetzt. Diese Grenzen gehen deutlich über die Auslösewerte für einen Lärmaktionsplan hinaus. Aus diesem Grund gibt es bzw. kann es keinen Handlungsbedarf geben.

Gleichwohl bestehen auch beim Industrie- und Gewerbelärm Möglichkeiten zur Lärmminderung. Sie finden insbesondere Anwendung bei der Genehmigung und Überwachung solcher Anlagen. In aller Regel handelt es sich um technische Maßnahmen zur Reduzierung der Geräuschemissionen. Werden hier technische Grenzen erreicht, werden Maschinen oder ganze Anlagen z.B. gekapselt. Wie bei allen anderen Lärmquellen, mit Ausnahme des Fluglärms, können Anwohner eines Industrie- oder Gewerbebetriebes mit Schallschutzbauwerken vor einem Zuviel an Lärm geschützt werden.

Kommunen haben über ihre Planungshoheit die Möglichkeit für ausreichende Abstände zwischen Wohn- und Industrie- bzw. Gewerbeflächen zu sorgen.  

Lärmprobleme durch Störungen im Betriebsablauf oder durch nicht genehmigungskonforme Betriebsabläufe werden unabhängig der Umgebungslärmrichtlinie über das Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) geregelt.

Flugverkehrslärm 
Durch den Flugverkehr werden die Interventionswerte der Umgebungslärmrichtlinie in Dortmund nicht erreicht bzw. überschritten. Der Flugverkehr ist somit kein Bestandteil der aktuellen Lärmaktionsplanung, dennoch wurden Ihre Anregungen und Hinweise aus der Bürgerbeteiligung zur Lärmaktionsplanung an den Dortmunder Flughafen zur Beantwortung übermittelt (siehe auch Anhang zum Lärmaktionsplan).

Da es sich hierbei um ein sehr komplexes Thema handelt, wird im weiteren Verlauf auch auf die gesetzlichen Zusammenhänge eingegangen.

Beim Flugverkehrslärm gibt es im Gegensatz zu allen anderen Lärmquellenarten nicht die Möglichkeit, durch Schallschutzbauwerke die Lärmimmissionen zu minimieren. 

Lärmminderungsmaßnahmen müssen daher bei der Flugzeugtechnik, den Flugzeiten, der Flugfrequenz oder Flugroute ansetzen. Auf die Flugzeuge und ihre eingesetzten Techniken haben Flughäfen allerdings keinen direkten Einfluss. Sie können jedoch über lärmabhängige Lande- und Startgebühren Einfluss darauf nehmen.

An- und Abflugrouten bestimmen zwar nicht die Lärmemission von Flugzeugen, aber durch eine geschickte Wahl der Routen ist es möglich, dicht bebaute Gebiete zu meiden. Eine wesentliche Grundlage für immissionsminimierende Routen wird jedoch bereits bei der Planung und Realisierung eines Flughafens gelegt.

Die Kompetenz zum Schutz gegen Fluglärm liegt auf Bundes- bzw. Landesebene. Der Handlungsspielraum der Stadt Dortmund beschränkt sich weitestgehend auf eine vorausschauende Siedlungsplanung und die Mitarbeit in der Fluglärmkommission. 

Eine vorausschauende Siedlungsplanung soll ein weiteres Heranrücken der Wohnbebauung an den Flugplatz und damit neue Fluglärmprobleme vermeiden. Grundlagen zur Siedlungsplanung sind im Flächennutzungsplan der Stadt Dortmund festgelegt. 
Für den Flughafen Dortmund ist die Bezirksregierung Münster die zuständige Genehmigungsbehörde.
Bezirksregierung Münster
Domplatz 1 - 3
48143 Münster
Tel.: +49 (0)251 411-0
Fax: +49 (0)251 411-2525

Ihr Ansprechpartner

Hüttermann, Manfred
Genehmigungen und Betrieb
E-Mail:  manfred.huettermann@brms.nrw.de
Telefon: 0251 411-1516
Telefax: 0251 411-81516

Steiner, Andreas
Modellflug und Luftfahrthindernisse, Fluglärmkommission
E-Mail:  Andreas.Steiner@brms.nrw.de
Telefon: 0251 411-1448
Telefax: 0251 411-81448

Footer area

Complementary Content
${loading}